Kölner Lesben- und Schwulentag diskriminiert unabhängige Medien

Der Kölner CSD entwickelt sich anscheinend immer mehr zu einer elitären Veranstaltung. Zumindest was die Möglichkeiten der Medien angeht, die gerne ausführlicher berichtet hätten. Denen wurde die gewünschte Akkreditierung verweigert. Die Akkreditierung bekamen statt dessen nur die wenigen goßen Zeitungen oder Sender, nicht aber unabhängige Medien. Unter den MedienmacherInnen wird die Kritik an der Akkreditierungspraxis zur Colognepride immer lauter. Dies ist besonders traurig, weil die Veranstaltung erst durch kleine, unabhängige Medien zu dem werden konnte, was sie heute ist.

Unter dem Motto “Ja, ich will” wurde in diesem Jahr ein forderndes, politisches Motto gewählt. Die Komplexität der Thematik wird aber wohl kaum in der Regelberichterstattung der großen Medien den ausreichenden Platz finden. Kleine, unabhängige Medien arbeiten dagegen oft tiefgründiger an diesen Themen. Umso erschreckender, dass genau dies den JournalistInnen dieser Medien nun verwehrt wird.

Auch aus historischen Gründen halte ich nichts von einer Einschränkung der Berichterstattung. Sobald MedienvertreterInnen über einen Presseausweis der bekannten ausstellenden Organisisationen ver.di, DJV oder Jugendpresse verfügen, sollten diese ohne Probleme zur ungehinderten Berichterstattung zugelassen werden. Die Pressefreiheit und die Medienvielfalt in unserem Land sind hohe Güter und unverzichtbar für eine offene und tolerante Gesellschaft. Ein Veranstalter einer solchen politischen Veranstaltung kann nicht auf der einen Seite in der Gesellschaft den Abbau von Diskriminierung fordern und auf der anderen Seite selbst diskriminieren, wenn es um die Berichterstattung der Medien geht. Auch kleine Medien sind eine Minderheit, die gleiche Rechte in der Berichterstattung haben müssen.

Die Redaktionen von report-k und mein-koeln konnten durch die Verwährung der Akkreditierung nicht der gewünschten Ausführlichkeit vom CSD in Köln brichten.